Im Feng Shui unterscheidet man die Formschule und die Kompassschule

Die Formschule – als intuitiver Ansatz – ist die älteste Feng Shui Methode und beruht auf dem Studium der Merkmale der Umgebung, um beispielsweise den besten Platz für ein Haus herauszufinden. Im Vordergrund steht immer, dass die Umgebung das Haus energetisch nähren soll.

Dabei geht es um die Dinge, die man sehen, fühlen oder anfassen kann – die Formen, die uns umgeben, wie beispielsweise die Grundstücksform, eine Straßenlaterne an einer ungünstigen Stelle oder im Innenbereich die Gestaltung der Mitte des Hauses.

Christiane Witt | Christiane Witt – Professionelle Feng Shui Beratung Christiane Witt – Feng Shui Beratung

Bei der Kompassschule sind es die feinstofflichen Dinge, die eine Rolle spielen. Es ist eine analytische Vorgehensweise, bei der ein Haus unter Anwendung verschiedener Feng Shui Methoden über die 8 Himmelsrichtungen bewertet wird. Dabei weist jede Himmelsrichtung besondere Qualitäten auf.

Als Basis für die unterschiedlichen Anwendungsmethoden der Kompassschule dienen Kompassmessungen mit dem chinesischen Kompass LoPan an verschiedenen Stellen des Gebäudes.

Zwei der wichtigsten Messstellen sind an der sogenannten Site – Rückseite – des Hauses und an der Haustür.

Eine der bekanntesten Feng Shui Methoden, die aufgrund der Kompassmessung in der Site (Rückseite) angewendet werden kann, ist die Yuen Hom Flying Stars Methode. Das Ergebnis gibt Auskunft darüber, welche Elemente die einzelnen Räume brauchen, um energetisch unterstützend auf den Menschen wirken zu können. Hinter den Fünf Elementen im Feng Shui stehen Farben, Formen, Materialien und Accessoires, die entsprechend eingesetzt werden sollten.

Eine weitere Methode zeigt, ob genügend Energie in das Haus hereinkommt und wenn ja, ob sie auch gehalten werden kann und sich gut im Haus verteilt.

Auch zur Kompassschule gehört die Ermittlung der zwei energiereichsten Himmelsrichtungen einer Person über das persönliche Kua. Danach können dann sowohl Schreibtisch als auch Bett ausgerichtet werden.

Es gilt jedoch immer ein Prinzip: Formschule geht vor Kompassschule

Das heißt, sollte das Bett so stehen, dass der Mensch aufgrund seiner energiereichen Himmelsrichtungen im Bett sitzend nach Süden schaut, aber er dann zwischen Fenster und Tür schlafen müsste, richtet man sich nach der Formschule und stellt das Bett an eine stabile Wand mit freiem Blick auf die Tür.

Während sich die Fachleute bei der Formschule einig sind, gibt es bei der Kompassschule unterschiedliche Ansätze und Methoden, je nach Feng Shui Meister.

Was also anwenden? Die Formschule oder die Kompassschule? Um zuverlässige Umsetzungsmaßnahmen empfehlen zu können, ist eine umfassende Bewertung des Hauses oder der Wohnung immer aufgrund der Form- UND der Kompassschule notwendig.

Die Vier Himmlischen Tiere der Formschule

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Grundsätzlich nimmt man bei einer Feng Shui Beratung die Vier Himmlischen Tiere in Augenschein, von denen die ideale Umgebung eines Gebäudes abhängt. Sie ermöglichen den besten Energiefluss zum Haus und den optimalen Schutz des Hauses von außen.

In der Natur haben die Tiere unterschiedliche „Kleider“: Gefieder, Fell, Schuppen oder Panzer. Aus diesen Tierarten setzen sich die Vier Himmlischen Tiere zusammen: Phönix (Gefieder), Tiger (Fell), Drache (Schuppen) und Schildkröte (Panzer).

Als fünftes Tier wird in der Literatur immer wieder die Schlange erwähnt, die aufgrund ihrer Nacktheit den Menschen symbolisiert und in der Mitte, umgeben und beschützt von den anderen Tieren, steht.

Die Farbgebung der Tiere lehnt sich an die Himmelsrichtungen an.

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Die schwarze Schildkröte

Die Schildkröte befindet sich immer in der Rückseite, der sogenannten Site, des Hauses. Sie bietet durch ihren Panzer Sicherheit, Stabilität und Schutz. Aufgrund ihrer langsamen und ruhigen Bewegungen verkörpert sie die Yin-Qualität. Sie steht auch für Gesundheit. Auf die Gestaltung hinter dem Haus übertragen bedeutet das eine hohe geschlossene und immergrüne Hecke, ein stabiler Zaun oder eine Mauer. Auf eine Wasserplatzierung in Form eines Brunnens, Pools etc. sollte hinter dem Haus verzichtet werden, da Wasser yang ist und zu viel Unruhe bringen würde.

Der grüne Drache

Auf das Haus blickend befindet sich der Drache auf der rechten Seite. Aus historischer Sicht steht der Drache für die männliche Energie als Ernährer der Familie, für das Geldverdienen, Durchsetzungskraft, Karriere u.a. Diese Seite sollte yang gestaltet werden, beispielsweise durch aufstrebende hohe Bepflanzung und eher markante Formen. Aber nicht höher als die Schildkröte.

Der weiße Tiger

Der Tiger befindet sich von vorne betrachtet auf der linken Seite des Hauses. Er symbolisiert die weibliche Energie und damit Mütterlichkeit, Kommunikationsfähigkeit, Ästhetik u.a. Die Tigerseite ist yin und braucht in der Gestaltung weiche und liebliche Formen und sollte das Haus auch schützend umgeben.

Traditionell soll die Drachenseite immer etwas stärker ausgeprägt sein, als die Tigerseite. Ich betrachte dies jedoch nicht mehr als zeitgemäß. Häufig sorgen heutzutage sowohl der Mann als auch die Frau für das finanzielle Einkommen und beide kümmern sich gleichberechtigt um die Kinder. Beide müssen demnach gestärkt werden. Deshalb rate ich in der Regel dazu, beide Seiten zwar eher männlich beziehungsweise eher weiblich zu gestalten, aber dennoch gleich stark ausgeprägt.

Der rote Phönix

Der Phönix befindet sich vor dem Haus und verkörpert unter anderem Visionen, Zukunftsperspektiven, Flexibilität. Er liebt die freie und schöne Aussicht. Seine Position ist auf einer kleinen Anhöhe am Ende eines weiten, freien Platzes. Der Blick sollte nicht durch eine zu hohe Hecke oder Mauer versperrt werden. Und im Gegensatz zur Schildkröte wird der Phönix mit Yang-Qualitäten verbunden. Das bedeutet, dass vor dem Haus auch Wasser platziert werden darf. Wo genau, muss jedoch ein gut ausgebildeter Feng Shui Berater ermitteln.

Lesen Sie dazu auch: Warum muss man im Feng Shui wissen, wo am Haus vorne ist?

Das Lehnstuhlprinzip

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Das Prinzip der Himmlischen Tiere nennt man übrigens auch das Lehnstuhlprinzip:

Schildkröte = die hohe Lehne
Drache = die linke Armlehne
Tiger = die rechte Armlehne
Phönix = der kleine Hocker für die Füße

Was aus energetischer Sicht für das Haus und die Außengestaltung gilt, gilt auch für innen. Denn der Mensch selbst hat auch immer das Bedürfnis nach Sicherheit und Kontrolle. Wo setzen Sie sich hin, wenn Sie ins Restaurant gehen? Genau. So, dass Sie eine schützende Wand im Rücken und freien Blick durch den Raum haben. Es bedient die unbewusste Urangst in uns, dass von hinten Gefahr kommt und raubt uns Energie. Aus diesem Grund positioniert man auch den Schreibtisch und das Bett entsprechend mit einer stabilen Wand im Rücken (die Schildkröte) und freiem Blick zur Tür (Phönix).

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