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Wer sitzt abends nicht gerne mit einem Glas Wein in seinem Wohnzimmer und genießt den ausklingenden Tag in Ruhe? Der Tag lässt sich hier am besten Revue passieren.

Das Wohnzimmer ist aber so viel mehr: ein Ort der Begegnung, der Kommunikation, der Gastlichkeit und ausgelassenen Feiern oder ein Ort für ruhige Spieleabende, des gemeinsamen Musizierens oder Lesens.

So individuell die Menschen sind, die hier zusammentreffen, so unterschiedlich sind die Anforderungen und Vorlieben an ein Wohnzimmer. Ist es das Wohnzimmer einer Familie, eines Singles oder eines älteren Ehepaares?

Gehören Sie zu denen, die gerne mit einem interessanten Buch die Ruhe auf dem Sofa genießen oder gerne mit vielen Leuten an einem Tisch lautstark diskutieren? Oder ist es doch eher der Krimi im Fernsehabendprogramm?

Und deshalb sollte man sich eine Atmosphäre schaffen, die anregende Gespräche genauso zulässt wie erholsame Stunden und stimmungsvolle Zeiten. Und dafür braucht es ein harmonisches Zusammenspiel der Farben, Möbel und Materialien, aber nicht ohne kleine überraschende Akzente zu setzen.

Auch die Raumaufteilung ist ein wichtiger Einflussfaktor dafür, wie man sich fühlt. Ein großes Wohnzimmer, das fast leer ist, ohne Gardinen und in Weiß, wirkt sicher eher wie ein Wartezimmer beim Arzt, kalt und abweisend. Während ein paar Farbkleckse, ein Wohlfühlsofa und passende Gardinen und Teppiche es sofort wärmer und wohliger erscheinen lassen.

Meine 6 Tipps für ein harmonisches Wohnzimmer nach Feng Shui

1. Räumen Sie auf und schaffen Sie Struktur

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An erster Stelle steht das Aufräumen und gegebenenfalls entrümpeln. In einem vollgestopften Wohnzimmer kann keine Energie (Qi) fließen und damit wird es mit der Entspannung oder dem anregenden Gespräch wohl eher nichts.

Am besten verstauen Sie alles in geschlossenen Schränken. Das schafft Ordnung. Aber aufpassen, nicht alles reinschmeißen und Tür zu machen. Da kann auch nichts fließen.

Viele haben ein Bücherregal im Wohnzimmer. Häufig ist es so vollgestopft, dass die Bücher kreuz und quer drinstehen und dazwischen findet man auch noch Dekoartikel. Entfernen Sie alles, was nicht in das Bücherregal gehört und sortieren Sie die Bücher so, dass eine gewisse Ordnung zu erkennen ist. Sofort wirkt es ruhiger.

Eine klare Raumaufteilung bringt Struktur und Harmonie, gerade wenn das Wohnzimmer sehr groß ist.

Hat das Wohnzimmer beispielsweise verschiedene Nutzungen durch einen Ess-, Spiele- und Fernsehbereich und einen gemütlichen Kaminplatz, dann sollten Sie die Bereiche optisch voneinander abtrennen. Gliedern Sie den Raum durch einzelne Teppiche, unterschiedlicher Wandfarbe oder durch Raumteiler. Aber Vorsicht: Machen Sie es nicht zu bunt. Verwenden Sie nicht mehr als 3 Farben beziehungsweise bleiben Sie in derselben Farbfamilie.

Die Möbel sollten der Raumgröße angepasst sein, nicht zu klein, aber auch nicht zu groß. Sonst sieht es entweder zu leer oder zu voll aus.

Ohne Ordnung und Struktur greift keine Feng Shui Methode. Sie sind die Grundvoraussetzung für gutes Feng Shui.

Um zu testen, ob das Qi ungehindert durch das Wohnzimmer fließen kann, stellen Sie sich vor, wie sich wohl ein ausgeschütteter Eimer Wasser in dem Raum verteilen würde. Kann das Wasser problemlos überallhin fließen oder wird es durch Einrichtungsgegenstände aufgehalten? Dann sollten Sie die störenden Möbel verschieben und bringen so die Energie wieder in Schwung.

2. Platzieren Sie Ihr Sofa richtig

Kennen Sie das? Sie gehen in ein Restaurant und instinktiv suchen Sie sich den Platz mit dem Rücken an der Wand und Rundumblick. Was dahintersteckt ist unsere Urangst, dass von hinten Gefahr kommen kann. Folglich sollten Sie auch Ihr Sofa entsprechend platzieren: Vor einer stabilen Wand mit Türen und Fenster im Blick. Man nennt dies auch das Lehnstuhlprinzip.

Bei der heutigen Bauweise ist es manchmal schwer, die richtige Position für ein Sofa zu finden, denn häufig gibt es keine Wand ohne Fenster und die sind dann auch noch bodentief. Gibt es also keine andere Möglichkeit, dann sollten Sie das Fenster mit einem blickdichten Vorhang, Plissee oder ähnlichem verdecken. Oder Sie setzen sich vor einen soliden Raumteiler. Dies simuliert zumindest stabilen Rückenschutz, was dem Unterbewusstsein hilft. Dann können Sie abends auf dem Sofa wieder so richtig entspannt einen Krimi gucken ;-)

3. Farbe im Wohnzimmer

Unsere Wahrnehmung wird durch die Wandfarben stark beeinflusst und diese haben damit große Auswirkungen auf unsere Stimmung. Deshalb ist Farbe im Feng Shui ein wichtiges Instrument, um nicht nur negative Energien abzumildern und positive zu stärken, sondern auch den positiven Wohlfühleffekt zu erhalten.

Welche Farbe Sie in Ihrem Wohnzimmer nutzen sollten, kann nur ein Feng Shui Berater durch Kompassmessungen vor Ort und die Anwendung einer Feng Shui Methode ermitteln. Das Ergebnis ist abhängig von der Himmelsrichtung, in der der Raum liegt und einem zeitlichen Aspekt.

Tipp: Verzichten Sie beim Streichen auf Farbe mit zu viel Chemie oder auf Farbe, die sehr preiswert ist. Investieren Sie lieber in hochwertige Farben. Sehr empfehlenswert ist es, sogenanntes EM-Pulver (EM = Effektive Mikroorganismen) der Farbe beizumischen. Es soll sich positiv auf unangenehme Gerüche, Schimmelbildung, das Raumklima im Allgemeinen und sogar auf elektromagnetische Strahlungen auswirken und damit ist es gut für unser Wohlbefinden.
Nutzen Sie maximal drei Farben beziehungsweise bleiben Sie in einer Farbfamilie, sonst bringen Sie zu viel Unruhe herein.

4. Vorsicht mit Dekoartikeln – weniger ist mehr

Damit das Qi gut fließen kann, ist nicht nur die Ordnung ein wichtiger Faktor, sondern auch freier Platz. Was nicht heißt, dass das Wohnzimmer so leer sein muss, dass es kühl und kahl wirkt. An Gemütlichkeit soll es nicht fehlen. Wenige zusammenpassende, in einer ungeraden Zahl, aufgestellte Accessoires wirken mehr, als bunt zusammengewürfelte überbordende Gegenstände.

Kissen, Decken, Teppiche und schöne Zimmerpflanzen bringen den Wohlfühlfaktor ins Wohnzimmer.

Oft werde ich gefragt, wo denn Familien- oder Urlaubsfotos gut aufgehoben wären. Im Wohnzimmer ist der geeignete Platz. Solange Sie positive Gefühle damit verbinden.

5. Sorgen Sie für ausreichend Licht und Luft

Sonnenlicht brauchen wir wie alle Lebewesen zum Energietanken. Ein Wohnzimmer, das im Süden liegt, hat bereits viel natürliches Licht. Wenn bei Ihnen zu wenig Licht hereinkommt, dann verwenden Sie Kunstlicht, das dem Sonnenlicht möglichst nahekommt, wie beispielsweise Vollspektrumlicht. Dieses Licht wird mit 7 statt 3 Regenbogenfarben erzeugt und hat geringe UV-Anteile, ähnlich wie das natürliche Licht der Sonne. Entsprechend sieht man damit besser und unterstützt die eigene Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

Nicht nur, dass ausreichend Licht für uns existentiell ist, lässt sich damit auch das Qi wunderbar durch den Raum leiten, denn Qi folgt der Aufmerksamkeit. Stellen Sie eine Leselampe neben dem Sofa auf. Betonen Sie durch kleine Spots das Bücherregal oder setzen Sie durch indirektes Licht das Bild an der Wand in Szene. Sie sorgen so nicht nur für ein gemütliches Ambiente, sondern setzen Akzente, die Abwechslung in den Raum bringen. Gleichzeitig schaffen Sie im Sinne von Yin und Yang Harmonie – Schatten und Licht – dunkel und hell.

Ebenso wichtig für Ihr Wohlbefinden ist frische Luft. Wohnzimmer, die mit einer offenen Küche verbunden sind, riechen häufig noch am Abend nach dem Mittagessen. Dies spricht für kein gutes Feng Shui.

Öffnen Sie mehrfach am Tag für nur 10 Minuten alle Fenster weit und lüften Sie mal so richtig durch. Dies bringt Ihnen frische Energie und schafft ein gutes Raumklima.

Für ein gutes Raumklima sorgen auch Pflanzen – aber bitte keine Kakteen mit ihren piksenden Stacheln.

6. Vermeiden Sie negative Energie (Sat Qi) in Ihrem Wohnzimmer

Spitze Ecken oder Kanten sollten nicht auf die Personen auf dem Sofa zeigen. Das hat auch wieder mit unserem Unterbewusstsein zu tun. Es wird ihm signalisiert, dass die Spitze eines Pfeils den Körper durchbohrt. Folglich werden Sie sich unwohl fühlen und sich einen anderen Ort suchen. Und das wäre doch sehr schade.

Auch Bilder und Gegenstände mit negativer Ausstrahlung oder die Sie an negative Erlebnisse erinnern, gehören nicht ins Wohnzimmer.